Worum es hier geht - Und noch Wichtiger, worum nicht.
⚠️ KEINE PANIK
Dies ist Satire.
Das bedeutet nicht, dass es ein Jux ist – ganz im Gegenteil.
Die Themen hier sind zu wichtig, um sie in jenem wattierten Akademikerdeutsch zu verpacken, das durch Peer-Review-Verfahren gleitet, ohne dass jemand aufwacht umdenkt oder auch nur zusammenzuckt. Jener Tonfall, der so formuliert ist, dass sich niemand angegriffen fühlt – und deshalb auch niemand sein Weltbild hinterfragt.
Satire ist hier ein Werkzeug der Ehrlichkeit. Sie sagt, was der akademische Ton nicht sagen darf: dass manche Positionen nicht nur falsch sind, sondern absurd. Dass Kritik wehtun darf, wenn sie treffen soll. Dass Höflichkeit, die Unsinn schont, keine Tugend ist.
Der Wahrheitsanspruch ist ernst. Der Ton ist es manchmal nicht. Das ist kein Widerspruch. Das ist die einzige Möglichkeit, gehört zu werden.
Diese Seite enthält Philosophie. Bitte halten Sie Ihr Handtuch bereit. Sie werden hier nicht die Antwort 42 finden, und auch nicht die dazugehörige Frage – obwohl wir vermuten, dass sie etwas mit Erkenntnistheorie zu tun hat. Falls Sie Schrödingers Katze suchen: Wir haben beschlossen, nicht nachzusehen. Was Sie finden werden, ist Philosophie in der Tradition des kritischen Rationalismus. Das ist eine Position, die davon ausgeht, dass es eine Wirklichkeit gibt, dass wir etwas über sie herausfinden können, und dass der beste Weg dorthin nicht Offenbarung, Intuition oder akademische Autorität ist, sondern Kritik. Scharfe, ehrliche, unerbittliche Kritik. Auch an sich selbst. Nicht die Art von Philosophie, bei der jeder seine eigene Wahrheit hat und alle Perspektiven gleich gültig und somit gleichgültig sind. Sondern die Art, bei der manche Behauptungen falsch sind und man das auch sagen darf. Die Texte nehmen Argumente ernst – manchmal ernster, als deren Urheber es sich gewünscht hätten. Sie nehmen Unsinn nicht ernst, auch wenn er in Fachzeitschriften erscheint. Und sie sind gelegentlich satirisch, weil manche Positionen so absurd sind, dass nüchterne Analyse allein ihrer Komik nicht gerecht würde. Es wird empfohlen, beim Lesen einen pangalaktischen Donnergurgler in Reichweite zu halten. Die Nebenwirkungen – plötzliche Klarheit, Verlust liebgewonnener Illusionen, spontanes Verlangen nach Belegen – lassen sich so leichter ertragen. Wer das alles für arrogant hält, darf gerne widersprechen. Dafür ist Kritik da.
Rechtliches (oder so ähnlich)
An dieser Stelle wäre normalerweise ein Impressum zu erwarten, vielleicht eine Datenschutzerklärung, möglicherweise der Hinweis, dass die Meinungen des Autors nur seine eigenen sind und nicht die seines Arbeitgebers, seiner Katze oder der Internationalen Gesellschaft für Kritischen Rationalismus. Stattdessen folgt ein Haftungsausschluss. Nicht weil das Gesetz ihn verlangt – Philosophie unterliegt, soweit bekannt, keiner Zulassungspflicht –, sondern weil die Erfahrung gezeigt hat, dass er nötig ist.
Allgemeiner Haftungsausschluss gemäß den Grundsätzen philosophischer Sorgfaltspflicht
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Rezipieren entsprechender Argumentation in der Vergangenheit gelegentlich zu unerwünschten Nebenwirkungen geführt haben soll, darunter: kognitive Verwirrung mittleren bis schweren Grades, Migräne, Übelkeit, spontane Infragestellung bislang für selbstverständlich gehaltener Annahmen sowie in mindestens einem dokumentierten Fall vorübergehendes Tourette-Syndrom.
Wir gehen davon aus, dass diese Symptome jeweils nur temporärer Natur waren. Um dies mit wissenschaftlicher Gewissheit feststellen zu können, wäre jedoch die Durchführung einer kontrollierten Longitudinalstudie erforderlich. Ein entsprechender Antrag wurde der zuständigen Ethikkommission erstmals am 14. März 1953 vorgelegt. Nach letzter Auskunft der Behörde (Stand: 1987) befindet sich der Vorgang weiterhin „in Prüfung"; eine Entscheidung sei „zeitnah nicht zu erwarten".
Für sämtliche Schäden – seien sie materieller, immaterieller, psychischer, metaphysischer oder ontologischer Natur –, die aus dem Lesen, Überfliegen, Zitieren oder auch nur dem flüchtigen Betrachten der hier veröffentlichten Texte entstehen oder entstanden sein könnten, wird keinerlei Haftung übernommen. Dies schließt ausdrücklich ein, ist aber nicht beschränkt auf: Verdienstausfall, Therapiekosten, zerbrochene Gewissheiten, den unwiderruflichen Verlust idealistischer, dualistischer oder anderweitig realitätsferner Weltanschauungen, das plötzliche Einsetzen eines naturalistischen Weltbildes, die Unfähigkeit, Substanzdualismus jemals wieder ernst zu nehmen, sowie das dringende Bedürfnis, sämtliche Werke von Karl Popper zu erwerben.
Das Betreten dieser Seite erfolgt auf eigene Gefahr und eigene Verantwortung. Etwaige Regressansprüche sind schriftlich an die oben genannte Ethikkommission zu richten.
Empfohlene Gegenmaßnahmen bei akuter philosophischer Exposition
Sollten Sie nach dem Lesen dieser Seite eines oder mehrere der folgenden Symptome bei sich feststellen – darunter: Zweifel an der Existenz immaterieller Substanzen, Unbehagen beim Wort „Wesensschau", spontane Allergie gegen den Satz „Das kann man so nicht sagen" oder den plötzlichen Drang, in Diskussionen nach empirischen Belegen zu fragen –, empfehlen wir folgende Sofortmaßnahmen:
Ruhe bewahren. Der Verlust einer dualistischen Weltanschauung ist kein medizinischer Notfall, auch wenn er sich zunächst so anfühlen mag.
Frische Luft. Verlassen Sie den Bildschirm. Gehen Sie nach draußen. Die physische Welt existiert tatsächlich und ist erstaunlich unabhängig davon, ob jemand sie beobachtet.
Flüssigkeitszufuhr. Ein Glas Wasser. Oder, je nach Schweregrad der Symptome, ein Glas Wein. Bei akutem Hegelianismus: Whisky.
Ablenkung durch leichte Lektüre. Greifen Sie zu einem Text, der keine Wahrheitsansprüche erhebt. Bedienungsanleitungen eignen sich gut. Auch Horoskope, sofern Sie sie nicht ernst nehmen. (Falls Sie Horoskope ernst nehmen, haben Sie größere Probleme als dieser Blog verursachen kann.)
Gespräch mit Nicht-Philosophen. Reden Sie mit jemandem, der noch nie von Popper gehört hat. Die Normalität anderer Menschen wirkt stabilisierend. Vermeiden Sie es jedoch, das Gespräch auf Erkenntnistheorie zu lenken.
Konfrontationstherapie (nur für Fortgeschrittene). Lesen Sie bewusst einen Text aus der kontinentalen Phänomenologie. Der resultierende kognitive Widerstand kann das System resetten. Achtung: Diese Methode ist nicht ohne Risiko und sollte nur unter Aufsicht erfolgen.
Akzeptanz. Sollten die Symptome länger als 72 Stunden anhalten, besteht die Möglichkeit, dass es sich nicht um Nebenwirkungen handelt, sondern um Einsichten. In diesem Fall: Willkommen. Es gibt kein Zurück, aber die Aussicht ist besser.
Bei anhaltenden Beschwerden konsultieren Sie einen Erkenntnistheoretiker Ihres Vertrauens. Von Besuchen bei Transzendentalphilosophen wird abgeraten.
Kontakt (auf eigene Gefahr)
Wer sich beschweren möchte – über den Inhalt dieser Seite, das Verschwinden von Schrödingers Katze, die Unvollständigkeit der Arithmetik oder die allgemeine Ungerechtigkeit eines Universums, das keine Letztbegründung zulässt – darf dies gerne tun. Kritik ist willkommen. Mehr noch: Sie ist der Sinn der Sache. Wer mir einen Fehler nachweist, hat mir einen Gefallen getan. Ich werde ihn korrigieren und mich bedanken – vermutlich in dieser Reihenfolge. Allerdings: Wer kritisiert, muss mit Gegenkritik rechnen. Das ist keine Drohung, sondern das Prinzip. Wer nur Zustimmung sucht, ist hier falsch. Ich kann nicht versprechen, auf jede Nachricht zu antworten. Manche Antworten erscheinen möglicherweise in Form eines Blogbeitrags. Wer das nicht wünscht, sollte es ausdrücklich dazuschreiben. Eine Garantie, dass ich mich daran halte, gibt es nicht – aber ich werde es versuchen, sofern mir die Anfrage nicht als Beispiel für einen besonders lehrreichen Denkfehler zu wertvoll erscheint. Kontaktmöglichkeiten:
E-Mail: philosophie-delor [at] proton [dot] me Kommentarfunktion unter den Blogbeiträgen (erfordert ein GitHub-Konto – ja, auch Philosophie hat mittlerweile eine Versionskontrolle nötig)
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